Es gibt einen Ort in Europa, wo Skifahren nicht nur ein Sport oder ein Zeitvertreib am Sonntag ist, sondern ein Wagnis, das die Menschheit an ihre Grenzen bringt. Dieser Ort liegt in Frankreich, im Tarentaise-Tal in der Region Savoyen, und heißt Courchevel. Es ist nicht nur ein Skigebiet, sondern eine Anlage, die unter den über 600 Pisten ihres Sportnetzes die steilste Abfahrt ganz Europas bietet! Sie zu bezwingen ist der Traum eines jeden Skibegeisterten, doch nur wenige wahre Profis schaffen es. Denn der Grand Couloir ist gnadenlos!
Die schwarze Piste von Courchevel
Der Grand Couloir in Courchevel ist eine schwarze Piste. Aber keine Sorge, sie ist weder makaber noch furchterregend – es ist lediglich eine Bezeichnung, die die schwierigsten Pisten von den „normalen“ unterscheidet. Die Skipisten sind unterteilt in:
• Grün – für Anfänger und Familien
• Blau – für alle, mit moderatem Gefälle
• Rot – mittelschwer, für sportliche oder geübte Skifahrer
• Schwarz – Profi, nur für Experten
Doch von allen schwarzen Pisten Europas ist der Grand Couloir die „schwärzeste“. Er ist die steilste des Kontinents mit einem maximalen Gefälle von 80 % und einem durchschnittlichen Gefälle von 55 %.
Merkmale des Grand Couloir in Courchevel
Die schwarze Piste des Grand Couloir ( „der große Korridor“ ) beginnt relativ einfach: Der erste Abschnitt hat ein gut zu bewältigendes Gefälle, ist aber sehr schmal und ausgesetzt. Die Abfahrt erfolgt auf einer nur 2 Meter breiten Piste mit steilen Hängen an den Seiten, und je weiter man kommt, desto schwieriger wird es.
Das Gefälle steigt auf 35 %, dann auf 80 % und fällt schließlich auf 75 % ab. Man fährt zwischen Buckeln und Felsspitzen, die ebenso spektakulär wie gefährlich sind. Der letzte Abschnitt weist Steigungen zwischen 60 und 65 % auf und verläuft dann sehr sanft, bis er in eine mittelschwere Piste übergeht.
Das Besondere am Grand Couloir ist, dass er nicht präpariert und eingeebnet wird. Daher verändert sich die Landschaft bei nächtlichen Schneefällen schlagartig, und Abschnitte, die gestern noch schwierig erschienen, werden plötzlich unmöglich! Man findet sowohl Bereiche mit weichem, sehr tiefem Schnee als auch eisige Stellen. Deshalb ist es unerlässlich, erfahren und gut trainiert zu sein, vor allem aber, sich stets über den Wetterbericht und die Schneeverhältnisse zu informieren.
Anreise nach Courchevel und Freizeitaktivitäten abseits des Skifahrens
Courchevel ist über den Regionalflughafen Chambéry, etwa 63 km entfernt, erreichbar. Touristen nutzen jedoch meist die nahegelegenen Flughäfen Genf (GVA) in der Schweiz oder Turin (TRN) in Italien. Beide liegen weniger als 90 km vom Skigebiet entfernt und sind gut angebunden.
Wenn Sie mehr als nur Skifahren suchen, bietet Courchevel zahlreiche touristische Attraktionen. Beginnen Sie mit einem Besuch der Dörfer, die zusammen das Skigebiet bilden: Saint-Bon-Tarentaise (der Hauptort), Le Praz, La Tania, Courchevel Village, Moriond und Courchevel 1850. Die wichtigsten davon sind Courchevel 1850 mit seinen zahlreichen Hotels und Saint-Bon-Tarentaise, das größte Dorf. Die Schönheit der Berglandschaft ist die Hauptattraktion des Skigebiets, aber die umliegende Region Savoyen hat noch viel mehr zu bieten. In etwa drei Autostunden erreichen Sie bequem die mittelalterliche Stadt Briançon mit ihren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Steinfestungen. In nur zwei Stunden und 40 Minuten erreichen Sie die prächtige Stadt Lyon, und nur einen Katzensprung entfernt (eine Stunde und 45 Minuten) liegen Annecy, Grenoble und Valence. Überquert man die Grenze, bietet sich ein Tagesausflug nach Genf an, das nur zwei Stunden entfernt liegt. Turin und Aosta sind zwar etwas weiter entfernt (aber nicht unerreichbar!), etwa vier Stunden entfernt.
Herausforderung und Schönheit
Wenn Sie Courchevel für Ihren Winterurlaub wählen, gönnen Sie sich den Adrenalinrausch extremer Sportherausforderungen und die wohltuende Schönheit der Entspannung inmitten von Natur und Kultur – im Herzen der Routen, die drei Nationen mit einem „alpinen Herzen“ verbinden.
