Nutzen Sie den Frühling, um Portugal zu entdecken. Nicht so sehr den kontinentalen Teil, also das Land an der Spitze der Iberischen Halbinsel mit Blick auf den Atlantik, sondern vielmehr die kleinen Inseln Portugals, die sich über den Ozean erstrecken. Das Land umfasst zwei Archipele, die trotz ihrer Lage mitten im Atlantik zu Europa gehören. Während die Azoren touristisch bereits sehr bekannt sind, sind die Inseln, die gemeinhin als „Madeira“ bekannt sind, noch nicht so angesagt. Obwohl sie eigentlich aus mehreren eigenständigen Inseln bestehen, ist Madeira die bedeutendste.
Die Azoren, die blauen Inseln der Greifvögel
Das Azoren-Archipel – benannt nach der azurblauen Farbe der Inseln aus der Ferne – liegt fast 2.000 km vor der Küste Portugals, mitten im Atlantik. Laut einigen Theorien könnte der Name auch vom Habicht (açòr) stammen, einer Greifvogelart, die zur Zeit der Entdeckung der Inseln weit verbreitet war.
Heute sind die Azoren ein Touristenparadies, doch jahrhundertelang, beginnend im 15. Jahrhundert, waren sie ein wichtiger Anlaufpunkt für Reisende auf dem Weg in die neuen amerikanischen Kolonien. Sowohl spanische als auch englische Schiffe legten hier an, um vor der letzten und gefährlichsten Etappe der Überfahrt nach Nord- oder Südamerika aufzutanken und sich auszuruhen. Heute empfiehlt sich die Anreise mit dem Flugzeug (es sei denn, Sie möchten die Inseln im Rahmen einer Kreuzfahrt erkunden!), wobei die wichtigsten Flughäfen des Archipels angeflogen werden: Ponta Delgada (PDL) und Horta (HOR).
Eine schöne Reiseroute auf den Azoren
Die Azoren bestehen aus insgesamt neun Inseln, die in drei Bereiche mit je drei Inseln unterteilt sind: die östlichen Inseln (São Miguel, Santa Maria und die Formigas-Inseln), die zentralen Inseln (Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial) und die westlichen Inseln (Flores und Corvo). Alle Inseln zu besuchen, erfordert Zeit und Geld. Daher empfehlen wir Ihnen einige ideale Reiserouten, um die faszinierendsten Natur- und Architekturschönheiten zu bewundern.
Eine Insel, die Sie unbedingt besuchen sollten, ist São Miguel. Sie ist die größte des Archipels und beherbergt die Stadt Ponta Delgada mit ihrer Infrastruktur, ihren Denkmälern und Sehenswürdigkeiten. Neben ihrer typischen Kolonialarchitektur, die aus weißem Stein und schwarzem Lavagestein besteht, bietet die Stadt historische Monumente wie das Fort San Blas und moderne Bauwerke wie die Stadttore (Portas da Cidade). Ein Naturwunder der Insel ist die Lagoa das Sete Cidades, ein Süßwassersee in der Caldera eines erloschenen Vulkans. Seine Besonderheit ist die zweifarbige Gestaltung, die den Eindruck erweckt, der See sei in zwei kleinere Wasserbecken geteilt. Ein weiteres Muss ist Ferraria, berühmt für seinen Leuchtturm und seine heißen Quellen. Vom Wanderweg Pico Vermelho mit seiner charakteristischen Windmühle aus haben Sie einen herrlichen Blick auf die Küste und den berühmten elefantenförmigen Felsen.
Pico ist eine weitere Insel, die während eines Azorenurlaubs unbedingt einen Besuch wert ist. Portugals höchster Berg, der Pico (2.351 Meter über dem Meeresspiegel), erhebt sich hier und lässt sich von den Wanderwegen des Naturschutzgebiets Criação Velha aus in seiner ganzen Pracht bewundern.
Wer einen sonnenverwöhnten Urlaub sucht, sollte die Insel Faial wählen, die für ihre Strände wie Dos Capelinhos mit seinen natürlichen Pools, das lebhafte Porto Pim oder den romantischen Strand Praia Almoxarife bekannt ist. Abenteuerlustige finden auf den beiden westlichsten Inseln ihren besten Platz, beispielsweise auf Corvo, wo man die Welt vom Gipfel des Caldeirão aus bewundern kann, einem Vulkankegel, der heute von Grün überwuchert ist und in dessen Mitte sich ein kleiner Bergsee befindet; oder auf der grünen und exotischen Insel Flores, wo man Wasserfälle und Schluchten erkunden kann.
Madeira und seine Schwesterinseln
Madeira ist ein kleinerer Archipel, der viel weiter südlich als die Azoren liegt und fast an die Kanarischen Inseln und Afrika grenzt. Der Archipel besteht aus den beiden großen Inseln Madeira und Porto Santo sowie den kleinen, unbewohnten Inseln Las Desertas und Las Salvagens. Die Inseln sind per Flugzeug über den Flughafen Madeira Funchal (FNC) erreichbar.
Eine ideale Reiseroute für diesen zweiten Archipel konzentriert sich auf die beiden bewohnten Inseln. Madeira ist als „Frühlingsinsel“ bekannt, nicht nur wegen der konstant hohen Temperaturen über 20 Grad Celsius, sondern auch wegen der atemberaubenden Vielfalt an Blumen und Pflanzen. Die Hauptstadt Funchal bietet historische Architektur (die Kathedrale, die Festung São Tiago) und Naturschönheiten wie den Botanischen Garten. Sportbegeisterte sollten sich einen Besuch im CR7-Museum nicht entgehen lassen, das dem berühmten Fußballstar Cristiano Ronaldo gewidmet ist. Gönnen Sie sich eine Wanderung auf den Pfaden entlang der Wasserwege (Levadas) der Insel und besuchen Sie die Klippen von Cabo Girão, die aus 580 Metern Höhe atemberaubende Ausblicke bieten. Wenn Sie wissen möchten, wie es ist, in einem Vulkan zu leben, besuchen Sie das Dorf Curral das Freiras, das am Grund eines erloschenen Kraters liegt!
Porto Santo ist außerdem berühmt für seine hohen Klippen, die sich über felsige Strände erheben. Felsen sind die Hauptattraktionen der Insel, darunter geologische Formationen wie der Pico Ana Ferreira (wo ein alter Vulkan seine Lava in Form von Orgelpfeifen „eingefroren“ hat) oder Fonte de Areira (der Grund eines alten fossilen Meeres, in dem noch immer versteinerte Korallen zu sehen sind). Der bekannteste Ort ist Vila Baleira, wo Sie oft Wale und Delfine vor den Stränden beobachten können. Eine Bootstour von hier aus ist für den aufstrebenden Tourismus ein absolutes Muss!
