Auf der Osterinsel gibt es keinen Herbst. Wir befinden uns in einer Region, in der Sommer und Frühling fast ununterbrochen wechseln und nur wenige kalte Wintertage das ganze Jahr über vorkommen. Die Jahreszeiten auf der Osterinsel sind wunderschön, selbst wenn sie unwirtlich erscheinen. Sie zu erleben ist ein einmaliges Erlebnis. Und es erfordert viel Durchhaltevermögen, hier, auf einem Land mitten im Pazifik – fernab von allem –, einen Urlaub zu genießen.
Anreise zur Osterinsel
Das Flugzeug ist die einzige sinnvolle und zuverlässige Möglichkeit, die Osterinsel zu erreichen. Man kann natürlich auch mit dem Boot dorthin gelangen, aber das dauert Monate! Der kleine Militärflughafen von Mataveri empfängt jedoch Flüge vom Flughafen Santiago (SCL), dem wichtigsten Drehkreuz Chiles – dem Land, zu dem dieses winzige Stück Vulkanland gehört. Der Flug über den weiten Ozean dauert etwa sechs Stunden. Um Ihr Ziel zu erreichen, müssen Sie also zunächst die ohnehin schon lange Reise nach Chile und anschließend den Transfer zur Osterinsel bewältigen. Abenteuerlustige kommen hier voll auf ihre Kosten! Die beste Reisezeit für die Osterinsel ist zwischen Dezember und März, wenn das Wetter warm und sommerlich ist. Im November ist es kühl, etwas regnerisch, aber dennoch angenehm – fast wie im April.
Was gibt es auf der Osterinsel zu sehen?
Die Osterinsel ist berühmt für ihre gigantischen Lavafiguren, die Moai. Mit einer Höhe von 5 bis 10 Metern und ihrem enormen Gewicht geben sie bis heute Rätsel auf. Wie haben die Urvölker sie geformt und auf die Hügel transportiert? Warum haben sie sie überhaupt gebaut? Und vor allem: Warum haben sie plötzlich aufgehört, sie zu benutzen (oder zu verehren)? Auf diese Fragen gibt es nur wenige Antworten. Was bleibt, ist die Schönheit dieser strengen Gesichter, die in den Horizont blicken und sowohl bei Sonnenaufgang als auch bei Sonnenuntergang, wenn die Sonne zwischen ihnen hindurchscheint, spektakuläre Anblicke bieten.
Ein weiteres Highlight der Insel sind die Höhlen. Diese langen, gewundenen Höhlen, die von Lavaströmen während Vulkanausbrüchen geformt wurden, bergen Schätze wie Höhlenmalereien und die geheimnisvollen Rongorongo-Zeichen, Hieroglyphen, die noch nicht vollständig entziffert sind. Eine spektakuläre Wanderung zum Gipfel des erloschenen Vulkans Rano Kao mit Blick auf das Meer und die Insel Moto Nui ist ein absolutes Muss. Einst trotzten junge Männer der Insel den Wellen und Haien, um zu diesem Felsen zu schwimmen und ein als heilig geltendes Seeschwalbenei zu stehlen. Anschließend mussten sie das Ei vorsichtig zum Gipfel des Vulkans zurückbringen, ohne es beim Schwimmen und dem anschließenden Aufstieg zu zerbrechen.
Die moderne Insel und der Tourismus
Der Tourismus hielt Ende der 1960er-Jahre auf der Osterinsel Einzug. Dank Kevin Reynolds‘ Film „Rapa Nui“ (1994) wurde sie zu einem immer beliebteren Reiseziel für Enthusiasten und ist heute bestens auf die großen Gruppen organisierter Touren eingestellt. Hotels, Restaurants und Pauschalreisen gibt es in Hülle und Fülle.
Hanga Roa ist mit seinen siebentausend Einwohnern das einzige bewohnte Zentrum der Osterinsel. Von hier aus lassen sich die Moai, die Höhlen, aber auch Rano Raraku (wo Felsbrocken in Moai-Form gehauen wurden), die heiligen Gräber von Ahu Akahanga und Te Pito Kura, der Anakena-Strand und die antike Arena von Orongo besichtigen. Verpassen Sie nicht die Sonnenuntergänge von Ahu Tahai, einem magischen Ort unweit des Hafens von Hanga Roa. Viele der hier genannten Orte können Sie zu Fuß erreichen oder mit dem Fahrrad erkunden und dabei die Landschaft und die Düfte entlang des Weges in aller Ruhe genießen.
Lust auf ein Abenteuer? Probieren Sie die lokale Küche!
Auf der Osterinsel isst man, was man findet, was die Natur einem schenkt. Die nächstgelegenen Kontinente sind stundenlange Flugreisen entfernt, und ringsum erstreckt sich nichts als Meer. Würden Sie sich trauen, die lokalen Rezepte zu probieren? Die Küche der Osterinsel ist wirklich köstlich: Thunfisch ist eine Hauptzutat und wird oft als Tatar mit hervorragenden lokalen Zitrussaucen serviert. Viele traditionelle Gerichte (Fleisch und Fisch) werden im Ofen zubereitet, nach einer alten Methode, bei der die Speisen in Blätter gewickelt und auf und unter heiße Steine gelegt werden. Nicht zuletzt ist Po’e, ein Dessert aus Kürbis und Kokosmilch, eine ernstzunehmende Alternative zu Umara, einer Art Süßkartoffelpüree.
