Stintino, La Pelosa, Porto Cervo … wer kennt diese Orte nicht? Wer verbindet bei diesen Namen nicht sofort glitzernde Strände mit Blick auf kristallklares Meer und spektakuläre Unterwasserwelt? Sardinien ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Reiseziel, doch Nordsardinien gilt als absolute Legende des internationalen Tourismus. Wohlhabende, Filmstars und Politiker kommen hierher, um sich zu erholen und prägen so den Trend der VIP-Strände. Doch Nordsardinien nur auf „Sand, Sonne und Meer“ zu reduzieren, wäre falsch. Diese Region bietet abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaften, auch in puncto Geschichte und Abenteuer. Wir stellen Ihnen einige bekannte und weniger bekannte Orte vor und konzentrieren uns dabei insbesondere auf drei Städte.
Olbia
Bei einem Besuch im Norden Sardiniens landen Sie üblicherweise am Flughafen Olbia (OLB) und erkunden anschließend die Stadt mit ihren mittelalterlichen Kirchen (allen voran die Basilika San Simplicio), ihren Jugendstilpalästen und -villen, dem Castello Pèdres sowie den nuragischen und römischen Ausgrabungsstätten in der Umgebung. Versäumen Sie nicht das Dorf San Pantaleo, das etwa 20 Autominuten entfernt liegt. Hier leben Künstler und Musiker, die inmitten der Granitfelsen und der unberührten Natur Inspiration finden. Zahlreiche Touristen, sowohl Einheimische als auch Touristen aus gehobenen Kreisen, zieht es an die Strände des Golfs von Olbia, insbesondere nach Porto Cervo, Porto San Paolo und San Teodoro.
Zwei Geheimtipps in der Nähe von Olbia sind Luras und Murta Maria. Luras ist ein kleines Dorf, das Sie in 40 Autominuten von Olbia aus erreichen. Die Gegend ist bekannt für ihre zahlreichen Dolmen, doch ihr Hauptdenkmal ist S’Ozzastru, ein riesiger, 3000 Jahre alter Olivenbaum und einer der ältesten Bäume Europas! Murta Maria ist ein Fischerdorf in der Nähe des Strandes von Porto Istana. Die Strände dort sind ebenso schön, jedoch weniger touristisch und daher authentischer und ruhiger.
Wer Abenteuer sucht, sollte den Pino-Berg besteigen. Nur eine halbe Autostunde vom Stadtzentrum Olbias entfernt, kann man ihn über Wanderwege durch dichte Wälder erkunden. Oben angekommen, wird man mit einem atemberaubenden Blick über den gesamten Golf und die Stadt belohnt. Ein Ausflug zur Insel Tavolara, einer flachen, erodierten Kalksteininsel nur wenige Kilometer von Porto San Paolo entfernt, die per Boot erreichbar ist und wo man auch tauchen kann, lohnt sich ebenfalls.
Sassari
Sassari ist die fünftgrößte Gemeinde Italiens und die größte Sardiniens. Um die Stadt richtig kennenzulernen, sollte man mindestens eine Woche einplanen. Zahlreiche Kirchen, vorwiegend mittelalterlichen Ursprungs (viele im 17. Jahrhundert restauriert), prägen das historische Erbe von Sassari. Hinzu kommen die gotischen Häuser am Corso Vittorio Emanuele, die vielen Paläste im venezianischen und katalanischen Stil sowie weitere Sehenswürdigkeiten wie die alte Stadtmauer, Sassari-Schloss und die Nekropolen (Montalè, Pontesecco, Li Curuneddi). Auch die Nuraghenstätten Monte d’Accoddi und Rumanedda sind einen Besuch wert. Die Küste von Sassari ist berühmt und lässt sich mit einem einzigen Namen beschreiben: Porto Torres, im Zentrum des Golfs, zu dem auch Stintino, Castelsardo und Asinara gehören.
Wenn Sie ein authentischeres und weniger touristisches Sassari erleben möchten, empfehlen wir Ihnen einen Ausflug in das Dorf Sedini, das etwa 45 Autominuten von Sassari entfernt liegt. Es erhebt sich buchstäblich aus dem Felsen und beherbergt das größte „Domus de Janas“ (in einen Berg gehauenes Haus) ganz Sardiniens. Ein Besuch des ethnografischen Museums und des nahegelegenen Elefantenfelsens – ein wahrer Dickhäuter, geformt von den Elementen – lohnt sich ebenfalls. Ungefähr in derselben Entfernung liegt die Geisterstadt Rebeccu, und etwa 20 Minuten vom Zentrum Sassaris entfernt kann man den antiken Waschbrunnen von Majori bewundern.
Ein unvergessliches Abenteuer in der Region Sassari bietet sich auf den Wanderwegen und durch die Steineichenwälder des Valle Logulentu, bei einer Besteigung des Oro-Berg (mit Panoramablick über den gesamten Golf) oder bei einer Erkundung der rauen Schönheit des Nationalparks Asinara.
Alghero
Alghero ist auch als „Barceloneda“ bekannt – das kleine Barcelona – nicht nur wegen seiner typisch spanischen Architektur, sondern auch wegen der lebendigen katalanischen Sprache und Kultur, die bis heute gepflegt werden. Als Hüter der Geschichte – dank seiner prächtigen Kirchen (Kathedrale, Notre-Dame de la Carmel, San Francesco, San Michael, San Anna…), Paläste und insbesondere seiner hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Türme und Bastionen – bietet Alghero zudem Strände, die weltweit ihresgleichen suchen! Prominente lieben den weißen Sandstrand von Bombarda, während man sich in Mugoni, Porto Ferro und Speranza wie in der Karibik fühlt!
Weniger bekannte Ziele in der Umgebung von Alghero sind mittelalterliche Dörfer wie Osilo (eine Autostunde entfernt) mit seiner prächtigen Burg Malaspina oder Monteleone Rocca Doria, die auf dem Hügel Su Monte thront. In Laccaneddu (eine halbe Autostunde von Alghero entfernt) können Sie die wenig bekannte archäologische Stätte „Grab der Giganten“ bewundern. Nur 7 km von der Stadt entfernt liegt das alte (heute verlassene) Bauernhaus Surigheddu mit dem nahegelegenen, durch einen Staudamm entstandenen See.
Für ein abenteuerlicheres Erlebnis empfehlen wir einen Tag in der Natur im Porto Conte Park, einen Tauchgang am Capo Caccia oder die spektakulären Neptungrotten, die 24 km vom Zentrum von Sassari entfernt liegen.
